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  • Foto: Thomas Hallermann / Marine Photobank

Robben

Robben

Sündenböcke für die globale Überfischung

In unseren Ozeanen sind Robben fast überall verbreitet. Selbst in zwei Süßwasserseen sind sie mitunter, wie etwa die kleine Baikal – Ringelrobbe vorzufinden. Robben sind dabei in drei unterschiedliche Familiengattungen unterteilt. Hierbei handelt es sich zum einen um die Ohrenrobben (Otariidae), bei welchen noch sichtbare Ohrmuscheln vorhanden sind; zum Zweiten um Hundsrobben (Phocidae) , die keine äußeren Ohrmuscheln aufweisen, sowie um die Familie der Walrosse (Odobenidae).

 Foto: Thomas Hallermann / Marine Photobank


Es existieren insgesamt 34 verschiedene Robbenarten, von denen die Meisten zur Familie der Hundsrobben gehören. Bedingt durch ihre Entwicklungsgeschichte bewegen sich die Robben an Land eher behäbig und plump. Unter Wasser jedoch zeigen die gekonnten Schwimmer mit ihrer spindelförmigen Gestalt ihre wahre Grazie. Seeelefanten können Tauchtiefen von über 2000 Metern erreichen.

 Foto: Wild

Die Muttermilch der Robben, weist den höchsten Fettgehalt bei allen Säugetieren auf. Dies lässt die Jungtiere rasch wachsen. Die auch in Deutschland beheimateten Kegelrobben nehmen während der Säugephase etwa 2 kg Körpergewicht pro Tag zu.

 Foto: Regmann PBS

Das Aufspüren der Beutetiere unter Wasser geschieht mit Hilfe der Tasthaare. Diese nehmen bereits geringe Vibrationen wahr und geleiten die Robben, die außerdem mit sehr guten Augen ausgestattet sind, zielsicher zu ihrer Nahrung. Der Speiseplan ist natürlich je nach Art und örtlicher Begebenheit unterschiedlich. Bei der Analyse des Mageninhaltes einer Sattelrobbe, konnte man über 100 diverse Tier- und Muschelarten nachweisen.

Robben in Gefahr

Die größten Gefahren für Robben verursacht direkt oder indirekt der Mensch. Durch die Jagd, verschiedene schädliche Fischereimethoden sowie durch Umweltverschmutzung und Klimaänderungen kommen jährlich hunderttausende Robben um. Vielerorts gelten Robben als Fressfeinde des Menschen und sie werden für die verfehlte Fischereipolitik und den somit entstandenen Raubbau an der Fischressourcen verantwortlich gemacht, indem man ihnen vorwirft, sie fräßen zu viel Fisch…

 Foto: Schulz

Das Immunsystem der Tiere wird durch die Vermüllung, Vergiftung und Eutrophierung der Gewässer geschwächt und somit anfälliger für Krankheiten. Zudem lagern sich Umweltgifte, die die Robben durch ihre Beute zu sich nehmen, im Fettgewebe der Tiere an und führen immer häufiger zu Schädigungen in der Erbsubstanz. Manche Tiere werden sogar unfruchtbar. Häufig bei unseren heimischen Seehunden ist auch der Befall von Lungenwürmern.

 Foto: Regmann / PBS

Auch einige Wassersportgeräte, wie zum Beispiel Jet-Ski oder Motorboote bedrohen Robben durch Kollisionen und verletzen diese Tiere oftmals mit ihren Schiffsschrauben. Die Tourismusbranche stiehlt einigen Robbenpopulationen durch den Bau von immer größer werdenden Betonkomplexen ihre traditionellen Paarungs- und Geburtsstätten. Gefahr droht auch durch Ölkatastrophen, sowie durch illegale Tankreinigungen auf See, bei denen Robben in Mitleidenschaft gezogen werden.

Jagd auf Robben

Robben gelten seit vielen Jahrhunderten als begehrte Jagdobjekte. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert ergänzten die nördlichen Walfänger aufgrund der drastisch reduzierten Walbestände die Waljagd durch den so genannten „Robbenschlag“. Hierbei wurden Walrosskolonien niedergemetzelt, um an das tranige Fleisch und Fett zu gelangen. Aber auch die Stoßzähne der Tiere waren sehr begehrt.

Traurige Berühmtheit erlangte die Robbenjagd durch das Land Kanada. Millionen Tiere wurden in den vergangenen Jahrzehnten an der Ostküste Kanadas erschossen oder niedergeknüppelt. Erste Aufschreie gab es in den 1970er Jahren gegen diese barbarische Jagd. Von 1983-1996 wurde eine Pause der kommerziellen Jagd im großen Stil eingelegt. Doch dann im Jahr
1996 kehrte die kommerzielle Robbenjagd mit all ihrer Grausamkeit auf Kanadas Eisfelder zurück.

 Foto: respect for animals


Zeugen der Jagd berichten seitdem von einer Reihe von Verstößen gegen geltende Jagdgesetze. So wurde beispielsweise mehrfach das Häuten lebendiger Tiere beobachtet. Der vorgeschriebene Blinzelreflextest, der sicherstellen soll, dass die Tiere wirklich tot sind, wurde laut Augenzeugenberichten in den meisten Fällen nicht durchgeführt. Die kanadische Regierung bestreitete dies immer wieder vehement, jedoch hat sie stets Verbesserungen des Tötungsvorgangs wie zum Beispiel die Durchtrennung der Schlagader verordnet. Somit gesteht die Regierung indirekt ein, dass die Tötungen in den Jahren davor doch nicht Tierschutzkonform abgelaufen sind. Fakt bleibt auch, dass eine Kontrolle der Jäger vor Ort oftmals nicht möglich ist und dass davon ausgegangen werden kann, dass tierschutzwidriges Töten weiterhin an der Tagesordnung blieb/bleibt.

Zahlreiche Proteste – sowie die jahrelange Lobbyarbeit von Tierschutzorganisationen weltweit – haben dazu geführt, dass in der EU im Jahr 2010 ein Handelsverbot für Robbenprodukte aus kommerzieller Jagd eingeführt wurde. Damit ist ein ganz wichtiger Handelsmarkt für Kanada weggebrochen. Nun haben weitere Staaten im russischen Raum den Handel untersagt. Somit gibt es kaum noch einen Absatzmarkt für Robbenprodukte aus Kanada. An der Jagd wird jedoch nach wie vor festgehalten, obwohl es dafür keine vernünftigen Gründe gibt. Der zuständige kanadische Fischereiminister Keith Ashfield wird wahrscheinlich wie zuvor seine Amtsvorgängerin Gail Shea an horrenden Jagdquoten von mehreren Hunderttausenden Tieren festhalten, obwohl schon jetzt keiner mehr die Robbenprodukte abnimmt. In den vergangenen Jahren wurden trotz der hohen erlaubten Quoten tatsächlich immer weniger Tiere getötet.


Eine Unterschriftenliste gegen die staatlich subventionierte und nicht zeitgemäße kanadische Robbenjagd bieten wir HIER zum Download an!


Ein weiterer Brennpunkt ist die Jagd auf Zehntausende Seebären pro Jahr in Namibia…


 Foto: NOAA Archiv (Seebärenjagd auf den Pribilof Islands)

Infos:

Verwertung von Robben

- Das Fell von Robben dient mancherorts leider noch immer zur Fertigung von Kleidungsstücken. (Pelzmäntel oder Stiefel)

- Robbenfleisch, ist kein Verkaufsschlager. Es schmeckt selbst den Robbenjägern nicht. Man versuchte in der Vergangenheit Robbenfleisch als billiges Futter für Nerzfarmen zu verwenden. Jedoch wurde man auch hier enttäuscht. Füchse und Nerze verweigerten zum Teil das tranige Fleisch.

- Ölkapseln sind eine neuere Variante der Vermarktung. Das Öl wird aus dem Fett (Blubber) der Tiere ausgekocht. Da die verschmutze Umwelt aber auch die Robben nicht verschont, sind in dem Fett auch Schwermetalle, PCB`s und andere langlebige Umweltgifte vorhanden.

- Robbenpenisse gelten in Asien als Pseudo- Potenzmittel. Dort werden sie gekocht, getrocknet und zermahlen. Als Pulver werden Sie Getränken beigefügt. Eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat dies natürlich nicht. Viele andere Tierarten wie Tiger, Bären oder Nashörner sind bereits alleine wegen dieser perversen Tradition an den Rand der Ausrottung getrieben worden.

 Foto: Regmann PBS

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