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Ölpest

Öl im Meer

Wenn man das Wort „Ölpest“ hört, denkt man automatisch an die spektakulären Bilder großer Tankerkatastrophen wie beispielsweise an die Havarie des Tankers „Exxon Valdez“ in Alaska, an den Tanker „Erika“ vor der französischen Küste oder aber an die Havarie der „Prestige“ in Spanien. Tatsächlich machen Tankerunfälle etwa 10% aller Ölverschmutzungen in den Meeren aus. Ein weitaus größerer Anteil des Öls im Meer entsteht durch Abwässer oder stammt von Bohrinseln. Auf die „normale“ Schifffahrt entfallen ebenfalls 1/3 aller Einleitungen.

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Neben der immensen Gefahr für die Umwelt im Allgemeinen sind Meeresvögel die augenscheinlichsten Opfer im Rahmen eines Ölschadenfalles. Öl im Gefieder eines Meeresvogels hat eine tödliche Wirkung. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um Mineral- oder Pflanzenöle handelt. Die Federn werden wasserdurchlässig und das Tier kühlt zwangsläufig aus. Dies bedeutet fast ausnahmslos den sicheren Tod für den Vogel. Daher ist bei jedem Rettungseinsatz Eile geboten. Je schneller ein verölter Vogel einer professionellen Rehabilitation zugeführt wird, umso größer sind seine Überlebenschancen…

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Bei Ölunfällen kann jedoch lediglich ein geringer Bruchteil der Gesamtbetroffenen Vögel lebend geborgen werden. Der Großteil der verölten Tiere verstirbt unbemerkt auf See. Daher ist es im Rahmen einer Ölpest letztendlich sehr schwer, eine genaue Opferzahl zu benennen.

Was aber mit den Tieren, denen man habhaft wird? Diese kann man ohne Zweifel nicht wegdiskutieren.

 Foto: Regmann / PBS

Eine erfolgreiche Rehabilitation verölter Seevögel stellt heutzutage aus veterinärmedizinischer Sicht kaum mehr ein Problem dar. Sie erfordert jedoch bestimmte Voraussetzungen. So ist zum Beispiel entscheidend, dass erprobte Rehabilitationsmethoden nach internationalen Standards Anwendung finden. Zudem muss der Einsatz von spezialisierten und erfahrenen Fachkräften durchgeführt werden und in das Gesamtmanagement der Ölunfallbekämpfung eingebunden sein. In vielen Ländern weltweit ist die Ölvogelrehabilitation nicht nur selbstverständlich, sondern unter Berücksichtigung der vorherrschenden Gesetze sogar Pflicht. Auch innerhalb Europas zeigt sich der deutliche Trend, dass die Rettung ölverschmutzter Wildtiere mehr und mehr Bestandteil nationaler Notfallpläne wird. Fest verankerte Verpflichtungen, Tieren in Not zu helfen finden sich auch in Deutschland im heimischen Tierschutzgesetz sowie in Artikel 20a des Grundgesetzes.

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Die Rehabilitation von verölten Vögeln hat dabei wenig mit Gefühlsduselei zu tun. Sie ist neben der staatsbürgerlichen Selbstverpflichtung zur Ethik und Moral ein zukunftsweisendes Zeichen dafür, dass die volle Verantwortung für menschliches Verschulden übernommen wird. Zahlreiche wissenschaftliche Studien über Rehabilitationsmaßnahmen sowie post-release Auswertungen neueren Datums, belegen gute Rehabilitationserfolge. Weltweit widmen sich eine Reihe von Tierärzten und Wissenschaftlern dieser komplizierten Thematik mit Fachkompetenz und der notwendigen Differenziertheit. Hierzu gehört auch, jeden Ölunfall gesondert zu beurteilen und nicht alle betroffenen Vögel/Vogelarten über einen Kamm zu scheren.

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Mitarbeiter von Project Blue Sea haben diverse Kampagnen zur Rettung verölter Wildtiere bestritten und sich dadurch, sowie durch die intensive Zusammenarbeit mit weltweit renommierten Experten ein enormes Fachwissen angeeignet. Unsere Expertisen sind mittlerweile sehr gefragt und wir erarbeiten gemeinsam mit einem internationalen Team Handlungsempfehlungen, Behandlungsprotokolle etc..

Aktiv im Einsatz

2012 Gent / Belgien / Ölunfall im Frachthafen

2011 Ytre Hvaler Naturschutzgebiet / Norwegen / Frachter Godafoss havariert

2010 Köln / Deutschland / Illegal entsorgtes Pflanzenfett im Rhein

2009 Langesund / Norwegen / Frachter „Full City“ im Skagerragh havariert

2008 Föhr / Deutschland / Schwerölverschmutzung in der Nordsee

2007 Norddeich / Deutschland / Frachter Duncan Island verliert Schweröl

2007 Bergen / Norwegen / Frachter „Server“ bricht auseinander

2006 Düsseldorf / Deutschland / Illegale Einleitung von Rapsöl

2006 Fredrikstad / Norwegen / Loch in Pipeline im Fluss Glomma

2006 Tallinn / Estland / Illegale Schweröleinleitung in die Ostsee

2004 St-Peter-Ording / Deutschland / Schwerölverschmutzung in der Nordsee

2003 Ostende / Belgien / Frachter Tricolor havariert im Ärmelkanal

2002 Galicien / Spanien / Tanker „Prestige“ zerbricht im Atlantik

2001 Westküste / Deutschland / Schwerölverschmutzung in der Nordsee

2001 Falster & Mon / Dänemark / Tanker „Baltic-Carrier“ havariert

2000 Athen / Griechenland / Frachter „Eurobulker X“ bricht auseinander

1999 / 2000 Bretagne & Vendée / Frankreich / Tanker „Erika versinkt im Atlantik

1999 Istanbul / Türkei / Tanker Wolgoneft 248 zerbricht im Marmarameer

1998 Föhr & Amrum / Deutschland / Frachter „Pallas“ strandet im Wattenmeer

*seit 2006 Betreuung permanent verschmutzter Ölvögel aus Binnengewässern

Project Blue Sea hat mit weiteren deutschen Tierschutzorganisationen bereits im Jahr 2004 das Bündnis „PRO Bird“ ins Leben gerufen. Dieses Bündnis wurde gegründet, um einen hohen Standard bei der Rehabilitation betroffener Tiere zu garantieren und es vereinfacht zudem die Zusammenarbeit mit Behörden und Ämtern, da man einheitliche Ansprechpartner anbieten kann. Das „PRO Bird“ Notfallteam ist in der Lage, alle notwendigen Arbeitsschritte im Rahmen einer professionellen Rehabilitation abdecken zu können.

Wichtige Lobbyarbeit

Ein Großteil der Arbeit rund um die „Rettung verölter Vögel“ spielt sich hinter den Kulissen ab. Project Blue Sea bietet als Teil des Bündnisses „PRO Bird“ seine Hilfe bei der Erarbeitung von Notfallplänen an, leistet wichtige Öffentlichkeitsarbeit, initiiert Lehrgänge und Fortbildungen. Auch nehmen wir an Fachkonferenzen und Tagungen teil, um unser Fachwissen immer auf dem neuesten Stand zu halten.

HIER finden Sie den Jahresnewsletter 2015 von PRO Bird!

Die folgenden Bilder zeigen anschaulich die verschiedensten Facetten der wichtigen Hintergrundarbeit:

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