Postfach 15 01 15 .:. D-44613 Herne
  • Plastikmüll  Foto: Regmann / PBS
  • angeschwemmter Müll an der Nordsee  Foto: Regmann / PBS
  • Müll am Rhein in NRW  Foto: Mittelstädt
  • Basstölpel brüten auf Plastikmüll  Foto: Regmann / PBS
  • Plastikmüll an der Nordsee  Foto: Regmann / PBS
  • Plastikflasche  Foto: Regmann / PBS

Müll im Meer

Müllkippe Ozean

Mikroplastik In Kosmetika: 

"BEAT THE MICRO BEAD"

Lesen Sie bitte HIER unser ausführliches Hintergrundpapier inklusive Produktlisten!!!

Hintergrundpapier Nr. 2: Kunststoffe in dekorativer Kosmetik! HIER

 

 Foto: Heckhausen / PBS

Kunststoff-Mikropartikel aus Körperpflegeprodukten landen in den Meeren

Kaum jemandem ist bekannt, dass vielen Körperpflegeprodukten wie Duschpeelings, Zahncremes oder auch Kontaktlinsenreinigern Kunststoffkügelchen beigemischt werden, um eine bessere Reinigungswirkung zu erzielen. Diese Kügelchen gelangen nach ihrem Gebrauch in unseren Meeren, da sie selbst Klärwerke passieren. Kunststoff-Mikropartikel sind bereits in Fischen, Seehunden, Muscheln und Krebsen nachgewiesen worden. Die Meerestiere verwechseln diese mit ihrem natürlichen Futter. Somit haben Kunststoff-Mikropartikel bereits Einzug in die Nahrungskette erhalten, an deren Ende der Mensch steht.

Foto Regmann / PBS
Kunststoff-Mikropartikel aus einer Zahncreme

Mikroplastik im Meer absorbiert Umweltgifte und auch die ihnen bei der Produktion zugeführten chemischen Additive wie etwa Weichmacher verstärken eine Umweltunverträglichkeit und stellen eine gesundheitliche Gefährdung dar. Auch wenn marine Mikroplastik-Abfälle verschiedene Quellen haben, so ist es doch ein Gebot der Vernunft und Verantwortung, das bewusste Einbringen dieser Partikel zu beenden. Stattdessen sollten die Kunststoff-Mikropartikel in Körperpflegeprodukten durch natürliche abrasive Materialen ersetzt werden. Zudem ist es auch ein ekeliger Gedanke, wenn man sich bewusst macht, dass man sich mit Kunststoffen die Zähne putzt oder den Körper wäscht…

Project Blue Sea hat sich einer Initiative angeschlossen, die von der niederländischen Plastic Soup Foundation in Zusammenarbeit mit Captain Charles Moore ins Leben gerufen wurde. Die Kampagne „BEAT THE MICRO BEAD“ soll Hersteller von Körperpflegeprodukten dazu bewegen, die Kunststoffkügelchen in Körperpflegeprodukten durch natürliche, umweltschonende Materialien zu ersetzen und Händler dazu auffordern, Produkte mit Mikropartikeln aus Kunststoff aus ihrem Sortiment zu nehmen.

 

Neue App zeigt Mikroplastik in Körperpflegeprodukten an!!!

Die kostenlos downloadbare App ist seit Oktober 2013 freigeschaltet und benutzt eine dreifache Farbkodierung: Rot bedeutet, dass das Produkt Microbeads enthält; Orange bedeutet, dass das Produkt zwar Microbeads enthält, der Hersteller aber angegeben hat, das Produkt zu ersetzen oder die Zusammensetzung zu verändern und Grün bedeutet, dass das Produkt vollständig Microbead-frei ist.

Project Blue Sea kümmert sich in Deutschland um die Pflege und den weiteren Aufbau der App. Hierbei sind wir jedoch auf Ihre / Eure Hilfe angewiesen. Sollte ein Produkt gefunden werden, dass nicht von der App erkannt wird oder sollten Fehler bemerkt werden, bitten wir, dies schnellstmöglich bei uns zu melden. (info(at)projectbluesea.de) Wir hoffen, dass wir mit dieser Mithilfe die Datenbank weiter füllen und die App optimieren können. 

Die App kann über  http://www.beatthemicrobead.org/de/ kostenlos heruntergeladen werden.

 

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Project Blue Sea setzt sich ein!!!

Wir bitten um Ihre Unterstützung:

Zur Erstellung einer großen digitalen „Müllpinnwand“ und diversen Aufklärungsmaterialien ist Ihre Mithilfe gefordert. Bitte schicken Sie uns ihre Fotos von vermüllten Stränden, Buchten, Häfen, Flüssen und Kanälen weltweit. Seit Beginn unserer Fotosammelaktion im Februar 2011 haben wir bis dato (Stand Februar 2012) schon annährend 800 Fotos vom Müll im Meer angesammelt…


 Foto: Fabiano Barretto globalgarbage.org

Senden Sie die Fotos bitte in großer Auflösung und mit Hinweis auf den Aufnahmeort und das Aufnahmedatum an unsere E-Mailadresse

info(at)projectbluesea.de

(Bei größeren Datenmengen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir werden Ihnen dann einen Speicherplatz im Internet zum Hochladen der Fotos anbieten)

Bitte verbreiten Sie unsere Müllfotosammelaktion im Internet, so dass möglichst viele Menschen davon Kenntnis bekommen.

Die von uns initiierte Müllpinnwand soll aufzeigen, wo, wann und wie viel Müll an den verschiedenen Küsten vorkommt. Sie kann bei der Entscheidungsfindung für einen geeigneten Urlaubsort dienen, kann Gemeinden auf ein eventuelles Problem vor der eigenen Haustür aufmerksam machen und soll zudem die vorherrschende Situation weltweit widerspiegeln.

Project Blue Sea ruft Strandreinigungsaktionen ins Leben!!!

Auch hierbei hoffen wir auf Ihr Interesse und Ihre Mithilfe. Bitte melden Sie sich bei uns, um Infos über die nächste Sammelaktion zu erfahren.

 Foto: Regmann PBS

Project Blue Sea e.V.   Postfach 15 01 15   44613 Herne

info@projectbluesea.de Stichwort „Müll im Meer“

Unsere Telefonnummer: 0 23 23 / 96 40 96 0


Die Hintergründe…

Es gibt eine Bedrohung für das Ökosystem Ozean, dessen Ausmaße langfristig nicht zu überblicken sind und deren Auswirkungen auch uns Menschen stark beeinträchtigen. Die Rede ist von der Jahr zu Jahr ansteigenden Einleitung von Plastikmüll sämtlicher Art. Noch vor wenigen Jahrzehnten als "die" Revolution zur Erleichterung aller Lebenslagen angepriesen, weiß man heute nicht mehr wohin mit all den ausgedienten Kunststoffen…

 Foto: Angelika Heckhausen

Bei unser intensiven Recherche über die Vermüllung der Meere ist uns bewusst geworden, dass niemand mit Bestimmtheit sagen kann, wie viel Plastikmüll sich genau in den Meeren befindet und wie viel dies in 1, 2, 5, 10 oder 100 Jahren sein wird. Doch offensichtlich ist: Der Müll ist da und zwar überall. Ob an den Stränden und Küsten, auf hoher See, an der Oberfläche oder auch tief auf den Meeresboden abgesunken. An vielen Stränden ist es nicht der Sand, der bei Spaziergängen unter unseren Füßen knirscht, sondern fein zerriebene Plastikteilchen. Besonders nach starken Fluten und außerhalb der Feriensaison kann man die Ausmaße des Mülls an den Stränden beobachten. Im Nordpazifik hat sich aufgrund der Strömungsverhältnisse ein Plastikmüllstrudel gebildet, der die Ausmaße Zentraleuropas besitzt. Forschungen an verschiedenen Stellen in ihm ergaben, dass die Masse der Plastikteilchen die Masse des vorhandenen Planktons um das Mehrfache übertrifft.

 Foto: Regmann PBS

Woher kommt der Müll?

Ein Großteil der Vermüllung unserer Weltmeere beginnt in den Städten und Gemeinden, da Plastikmüll über die Flüsse ins Meer gelangt. Aber auch defekte und aufgegebene Fischereiutensilien, sowie über Bord gegangene Ladung und das Einleiten von Schiffsmüll (obwohl international geächtet und durch das MARPOL- Abkommen verboten) sorgen dafür, dass die Ozeane mehr und mehr verdrecken.

Was hat Plastik für Auswirkungen auf die Meeresumwelt?

Sichtbare Auswirkungen: Laut Weltnaturschutzunion (IUCN) sollen alljährlich allein etwa eine Million Seevögel direkt durch den Müll im Meer zu Tode kommen. Schwimmende Plastikteile werden als Beute erachtet und geschluckt. Dies hat häufig zur Folge, dass der Magen-Darm Trakt blockiert oder das Gewebe verletzt wird. Auch wird der Nachwuchs mit den von den Elternvögeln aufgenommenen Plastikteilchen gefüttert. Letztendlich sterben viele Tiere mit einem vollen Plastik-Magen. Ein über

Jahre angelegtes Monitoring an tot aufgefundenen Eissturmvögeln an der Nordsee ergab, dass sich bei 9 von 10 Vögeln Plastikteile in den Mägen befanden. Ähnlich ergeht es Meeresschildkröten, die beispielsweise umherdümpelnde Plastiktüten für ihre Lieblingsspeise (Quallen) halten. Hinterlassenschaften aus der Fischerei wie aufgegebene, zerrissene Netze (so genannte Geisternetze) dümpeln über lange Zeit im Meer umher und töten immer weiter, weil sich Robben, Fische, Wale, Delfine, Schildkröten, Seevögel etc. in ihnen verfangen und qualvoll verenden.


 Foto: Velter WRCO

Unsichtbare Auswirkungen: Sonne, Regen, Stürme und das Meerwasser zersetzen das Plastik in kleinste Partikel. Die Dauer des Zerfalls ist abhängig von der verschiedenen Materialbeschaffenheit. Beim Zersetzungsprozess werden zum Teil gefährliche Stoffe freigesetzt. Unter ihnen auch Bisphenol A, welches im Verdacht steht, das Erbgut zu schädigen. Auf der anderen Seite heften sich aber auch frei im Wasser befindliche Schadstoffe und nicht abbaubare Umweltgifte wie beispielsweise Pestizide und chemische Weichmacher an die Plastikpartikel. Kleine Fische, Garnelen, Krebse etc. nehmen diese auf und die am Teilchen angehefteten Giftstoffe lagern sich im Organismus ab und werden dort gespeichert. Durch die Nahrungskette gelangen die Gifte in immer größere Tiere und landen letztendlich zum Beispiel in Form von Schwertfischsteaks auf den Tellern des Endverbrauchers Mensch. Forschungen bestätigen, dass die Muttermilch von Inuit-Frauen, welche sich in erster Linie von Tieren aus der oberen

Nahrungskette ernähren sehr viel stärker mit Umweltgiften belastet ist, als die Muttermilch von Frauen, die weitaus weniger belastete Lebensmittel zu sich nehmen. Auch auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln wurden Forschungsergebnisse veröffentlicht, die starke Bedenken hinsichtlich des Verzehrs von mit Umweltgiften belastetem Walfleisch äußern. Hier konnten Störungen des Immunsystems sowie Entwicklungs- und Lernstörungen bei Kindern nachgewiesen werden, dessen Eltern vor der Geburt der Kinder regelmäßig Walfleisch aßen.

 Foto: Colette Bastin meerlust.es

Interview mit Sascha Regmann im österreichischen Tierärztemagazin "Vet-Journal" zum Thema.  

 

Was tun?

Wir können nicht warten, bis die träge und an Gewinnen orientierte Wirtschaft reagiert. Es muss ein Umdenken in der gesamten Bevölkerung eingeleitet werden. Schreiben Sie an Firmen, deren in Plastik verpackte Artikel nochmals in weiteren Umverpackungen stecken und fragen Sie nach, ob dies wirklich so sein muss. Versuchen Sie schon beim Einkauf möglichst wenig Lebensmittel zu erwerben, die in Plastik abgepackt sind. Dies ist gewiss nicht einfach, doch in manchen Fällen machbar. Einige Bedarfsmittel wie beispielsweise Flüssigseife oder Waschmittel sind in Nachfüllpackungen mit deutlich weniger Umverpackung zu erhalten.

Großpackungen verursachen in vielen Fällen weniger Verpackungsmüll als die gleiche Menge kleinerer Packungen und sie sind zudem meist günstiger. Verwenden Sie für ihre Einkäufe wieder die guten alten Stoff-Tragetaschen statt der Einweg-Plastiktüte. Entsorgen Sie die gekauften Umverpackungen korrekt. Scheuen Sie sich auch nicht davor, in der Umwelt umherliegende Plastikteile zu entfernen. Aber auch der Gesetzgeber ist gefragt. Neben der generellen Vermeidung von Plastikerzeugnissen müssen Anreize geschaffen werden, um Plastikmüll effektiver zu sammeln und zurückzugeben (Stichwort Pfand). Ferner muss die Verbreitung von Biokunststoffen und die Erforschung neuer, innovativer Verpackungsmöglichkeiten gefördert werden.

 Foto: Regmann PBS

Wo immer wir hinkommen; unser Müll ist schon da

Wie kann verhindert werden, dass immer wieder neues Plastik in die Meere gelangt?

Viele Staaten fangen gerade erst einmal an, Plastik in Massen zu produzieren und es steht zu befürchten, dass das Problem ohne eine globale Initiative zur Vermeidung von Plastikmüll weiter stark anwächst. Hier muss massive Aufklärungsarbeit geleistet werden, um aus den Fehlern der Nationen zu lernen, die schon lange massenhaft Plastik produzieren. Ebenso müssen die bestehenden Gesetze zum Schutz der Ozeane

effektiver überwacht werden. Illegale Entsorgungen müssen bei Feststellung des Verursachers härter bestraft werden. Ein großer Schritt wäre auch, wenn Fischer den in ihren Netzen mitgefangenen Müll nach ihrer Rückkehr in den Häfen entsorgen würden. Auch wären groß angelegte Strandsäuberungen wünschenswert. Es wäre sehr vorbildlich, wenn sich dazu Gemeinschaften zusammenfinden würden. Solche Maßnahmen könnten auch im Rahmen von Gemeindeaktivitäten oder

Aktionswochen eingebunden werden.

 Foto: PBS Archiv

Helft mit bei der Erstellung der digitalen Müllpinnwand: HIER!

 

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