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Haie

Haie

Den Polizisten der Meere geht es an den Kragen

Haie vs. Fischerei

Viele Haiarten sind direkt oder indirekt durch die Fischerei bedroht.

Alleine durch Treibnetze in denen Haie und Rochen als unerwünschter Beifang enden und dem gezieltem Fang, werden weltweit etwa 200 Millionen Tiere jährlich getötet. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) schätzt, dass Fischer pro Jahr 600.000 Tonnen Hai als unerwünschten Beifang wieder über Bord werfen. Besonders beim Fang von Thun- und Schwertfischen gibt es viel Beifang an Haien. Als Predatoren stehen Haie an oberster Stelle in der Nahrungskette und damit kommt ihnen eine sehr entscheidende Schlüsselrolle zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichtes in den Meeren zu. Ohne Haie würden sich ihre Beutetiere ungehindert vermehren, so dass eine negative Verschiebung der Nahrungsgrundlage stattfinden würde. In letzter Konsequenz wäre somit auch das pflanzliche Plankton drastisch reduziert. Dieses Plankton produziert einen Großteil des Sauerstoffes der Erdatmosphäre. Der ökologische Kollaps wäre damit vorprogrammiert und seine Folgen unabsehbar.

Foto: Pete Faulkner / Marine Photobank

Finning

Eine besonders barbarische Art des Haifischfangs ist das so genannte „Finning“. Hierbei werden dem noch lebenden Hai die Flossen abgeschnitten und er wird danach zurück ins Meer geschmissen. Die ausschließliche Verwendung der Flossen hat ökonomische Gründe. Die vollständige Verwertung des Hais scheint unrentabel, da Haiflossen an Bord der Schiffe weitaus weniger Platz beanspruchen. Der Preis für ein Kilogramm Haiflossen liegt bei einem Maximum von bis zu 130 Dollar. In manchen Teilen der Ozeane ist das „Finning“ verboten, doch eine Kontrolle ist nahezu unmöglich. Haiflossen finden ihren größten Absatzmarkt in Hongkong und im chinesischen Raum, wo sie zur Fertigung von Haifischflossensuppe verwendet werden. Aus über 60 Ländern der Welt werden jährlich an die 3000 Tonnen Haiflossen nach Hongkong exportiert. Für die Zubereitung von Haifischflossensuppe verwendet man die einzelnen Rücken- und Brustflossen, sowie den oberen Lappen der Schwanzflosse. In den USA werden die Flossen fast aller Haiarten gehandelt. Besonders der Düstere Hai hat unter diesem Markt zu leiden, da seine Flossen als besondere Delikatesse gelten. Sein Bestand ist im Atlantik um 80 % zurückgegangen.

 Foto: PBS Archiv

Ein EU-Aktionsplan aus dem Jahr 2009 umfasst Maßnahmen zur Verbesserung der Datenerfassung und wissenschaftlicher Gutachten, zur Stärkung von Bewirtschaftungs- und technischen Maßnahmen sowie zur strengeren Überwachung des Verbots des Abtrennens von Haiflossen, das seit 2003 in den Gemeinschaftsgewässern und für EU-Schiffe auch außerhalb der Gemeinschaftsgewässer gilt. Die Umsetzung des Plans ist jedoch nicht einfach und manch ein europäischer Mitgliedsstaat tut sich schwer, an neue Vorgaben zu gewöhnen…

Wissenswerte über Haie:

Haie in Gefangenschaft

Vielerorts werden Haie in Aquarien gehalten. Diese artfremde Umgebung ist nicht geschaffen für die Tiere, da in freier Wildbahn täglich etliche Kilometer zurückgelegt werden. Oftmals sind es auch dröhnende Pumpanlagen in Aquarien, welchen den Tieren arg zusetzen. Die Beschaffung von Haien für Aquarien geschieht häufig durch Wildfänge, da Nachzuchten nicht bei allen Haiarten erreicht werden können.

Sportfischerei, die unterschätzte Gefahr

Frühere Fangzahlen der Sportangler wurden leider nicht festgehalten, lediglich kapitale Fänge wurden auf Fotos dokumentiert. 1990 wurden schätzungsweise alleine vor der Ostküste der USA 2,5 Millionen Haie von Sportanglern gefangen und ca. 20 bis 40 % von ihnen getötet. In der Sportfischerei werden besonders Makohaie, Atlantische Heringshaie,Tigerhaie und Blauhaie - aufgrund ihrer „Kampfqualitäten“ geschätzt. Bei so genannten Haiturnieren wird versucht, in Rekordzeit möglichst große Tiere zu fangen, deren Verwendung sich oft auf Abfall beschränkt.

 Foto: Fiona Ayerst / Marine Photobank

Auch deutsche Reiseveranstalter katalysieren eine Entwicklung, die zu einer weiteren Bedrohung der Haie angewachsen ist. Nur wenige Länder haben bisher den Haifang reglementiert. Südafrika und Australien erließen Gesetze zum Schutz des Weißen Hais. Da die Sportfischerei für lokale Bootsunternehmer ein sehr attraktives Geschäft darstellt, stehen enorme finanzielle Interessen hinter diesem Branchenzweig.
Fangverbote einzelner Länder führen zur Abwanderung der Sportfischer in Gegenden, welche keinerlei Beschränkung aufweisen. Der „sportliche Reiz“ des „Drills“ führt für viele Haie zu einem schmerzvollen Todeskampf und oft werden die Haie nicht an Bord geholt, sondern lebendig am Haken mitgezogen. Sollten sie dennoch an Bord genommen werden, benutzen die Angler das „Gaff“, ein Gerät mit langem Stiel an dessen Ende sich ein scharfer Haken befindet. Dieser Haken wird an unterschiedlichen Körperstellen des Hais angesetzt und verursacht unvorstellbare Schmerzen. Eine bestialische Tierquälerei im Namen des "Sports".

 Foto: Regmann / PBS

Die Verwendung von Haien

Zu Tausenden müssen Haie und Rochen in Europa, den USA, Costa Rica und Taiwan für einen pseudopharmazeutischen Industriezweig ihr Leben lassen. Für Heil- oder Nahrungsergänzungsmittel, deren mögliche positive Wirkung mehr als fragwürdig ist und von vielen Wissenschaftlern und Ärzten vehement bestritten wird, müssen die Haie leiden. Ihnen werden die Knorpel entfernt und der Rest des Tieres wird einfach weggeworfen. Diese Knorpel werden zunächst in einem Chlorbad vom Fleisch befreit und dann gemahlen. Die gemahlenen Knorpel gehen in Kapselform für viel Geld über den Apothekentresen oder werden versendet. Diese Mittel positionieren sich unter den Namen „Haifit“ , „Haitin“ , „Hai Acord“, „Country Life“, „Now“, „Puritan’s Pride“ oder „Haiknorpel“ im Markt. Verantwortlich sind, neben den Verbrauchern dieser Produkte, natürlich die Hersteller und Vertreiber, deren Beteuerungen, dass wegen ihrer Produkte kein Hai extra getötet würde, glatte Lügen sind, da das Gegenteil lange bewiesen wurde.

 Foto: Matthew D Potenski MDP Photography / Marine Photobank

Haiknorpel gegen Krebs?

Pulverisierter Haiknorpel enthält angeblich ein Protein, welches das Wachstum neuer Blutgefäße, die für die Ausbreitung von Krebs nötig sind, hemmt. Selbst wenn eine direkte Anwendung wirkungsvoll wäre, so wäre die Einnahme nutzlos, weil das Protein nicht im intakten Zustand vom Körper aufgenommen, sondern verdaut werden würde. Verschwiegen wird auch gern die Tatsache, dass es entgegen Gerüchten auch unter Haien Krebs gibt, sogar Knorpelkrebs. Letztlich waren sich 1997 alle Forscher beim Jahrestreffen der „American Society of Clinical Oncology“ nach mehrfachen Studien an Krebspatienten einig - Haiknorpel hat bei den Patienten keine medizinisch nachweisbare Wirkung ! Dem „Deutschen Krebsforschungszentrum“ ist eine tumorspezifische Wirkung von Haiknorpel ebenfalls nicht bekannt. Haiknorpel enthält keine anderen Substanzen die nicht auch in Knorpeln anderer Tiere enthalten sind und darüber hinaus konnten die Hersteller auch keinen Wirkstoff benennen, der nur in Haiknorpel vorhanden ist.

Haihaut / Haileder:

Die Haut von Haien und Rochen hat eine sehr raue Oberfläche, die durch eingebettete Hautzähnchen (Placoid-Zähne) verursacht wird. Die Verzahnung der Haut ist nicht immer vollständig und variiert von Art zu Art erheblich. Die getrocknete Haut wird „Chagrin-Leder“ genannt und wurde früher gerne als Schleifpapier eingesetzt. Heute finden wir Haihäute in Schuhen, Trommelbespannungen, Schmuckschachteln und Besteckkästen wieder. Einige Haiarten liefern das Rohmaterial für das „Boroso-Leder“, wofür auf Spezialmärkten eine große Nachfrage herrscht.

Haizähne

Haizähne finden vielerlei Verwendung. Als Trophäe von Sportfischern, als Schmuck für Touristen oder für zeremonielle und kriegerische Zwecke bei den Völkern der Südsee. Messer aus Haizähnen können schlimme Verletzungen hervorrufen, da sie ausgefranste Wunden verursachen. Zur Anfertigung von Ohrschmuck werden die Zähne des Makohais bevorzugt und nordische Naturvölker stellen ihre Messer bevorzugt aus Zähnen des Grönlandhais her. Ein komplettes Gebiss kann mehr als 200 Dollar Ertrag einbringen.

Leberöle und Vitamin A:

Hai - Leberöle werden für ein breites Spektrum eingesetzt. In den 30er Jahren vorwiegend zur Vitamin A – Gewinnung benutzt, wird Hai - Leberöl heute als Gerbungsmittel für Leder, als Zusätze in Parfüm und Kosmetika zur Hautverjüngung und auch für die dort enthaltene Substanz „Squalen“ in Medikamenten verwendet. Vitamin A ist für die Bildung des roten Farbstoffs in der Netzhaut des Auges notwendig. Menschen mit Vitamin A – Mangel neigen zur Nachtblindheit. Reines Hai - Leberöl ist in Form von Salben und Kapseln auch auf dem Europäischen Markt zu finden.

Potenzmittel und Kosmetika:

Der Glaube, dass die steil und kraftvoll aufragende Rückenfinne eines großen Raubfisches die männliche Potenz fördert, ist in Südostasien weit verbreitet und trägt ebenfalls zur Gefährdung der Haie bei. Auch die Kosmetikindustrie macht sich zunehmend schuldig, indem sie Haibestandteile in ihren Produkten wie z.B. Anti – Falten - Cremes verarbeitet. Collagen und Chodroitinsulfat sind hier die Zauberworte.

 Foto: Karin Leonard / Marine Photobank

Sie wollen helfen?


Essen Sie keine Haisteaks, Haifischflossensuppe, Fish + Chips und meiden Sie Geschäfte und Restaurants in denen Haie verkauft / angeboten werden.
Zusätzliche Pseudonyme für Haie werden in Restaurants und Supermärkten in Deutschland benutzt :

Karbonadenfisch, Kalbsfisch und Seestör sind Decknamen für den Heringshai.
Schillerlocken und marinierter Seeaal sind Decknamen für den Dornhai.

Großbritannien : Rock Salmon
USA : Gray Fish
Frankreich : Saumonette
Australien : Flake
Taiwan : Tofu Shark (Walhai)

Verwenden Sie keine weiteren Hai-Produkte wie Haiknorpel in Kapsel- oder Salbenform und Produkte in denen folgende Bestandteile enthalten sind:

Haifischknorpelpulver, Squalen, Chondroitinsulfat, Marines Collagen

Verzichten Sie als Taucher auf kommerziell organisierte Tauchgänge bei denen Haie oder Rochen gefüttert und/oder gestört werden.

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